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Lüften-Wissen

Lüften bei Nebel: bringt das überhaupt etwas?

4 Min. Lesezeit·germanlüften.de Redaktion
Offenes Fenster mit Blick auf neblige Stadt beim Stoßlüften an einem nebligen Herbsttag

Dichter Nebel, 100 % Luftfeuchtigkeit – da kann Lüften doch nur Feuchtigkeit in die Wohnung holen, oder? Ein weit verbreiteter Irrtum. Wie beim Regen entscheidet nicht die relative, sondern die absolute Feuchte – und die spricht bei kühlem Nebelwetter fast immer fürs Fensteröffnen.

Nebel heißt 100 % relative Feuchte – aber wenig Wasser

Nebel entsteht, wenn Luft mit Wasserdampf gesättigt ist: Die relative Feuchte liegt bei 100 %, feinste Tröpfchen schweben in der Luft. Das klingt nach maximaler Nässe – doch die absolute Wassermenge ist bei typischen Nebeltemperaturen gering. Herbstnebel bei 5 °C enthält trotz Sättigung nur rund 6,8 g Wasser pro Kubikmeter. Ihre Raumluft bei 21 °C und 60 % relativer Feuchte trägt dagegen etwa 11 g/m³ – deutlich mehr.

Strömt die kühle Nebelluft beim Stoßlüften herein und erwärmt sich auf Raumtemperatur, stürzt ihre relative Feuchte ab: Aus 100 % bei 5 °C werden nach dem Erwärmen auf 21 °C nur noch rund 37 %. Die vermeintlich nasse Nebelluft wirkt im Raum also wie ein Trockenmittel – sie nimmt Feuchtigkeit aus Wänden, Möbeln und Textilien auf und trägt sie beim nächsten Lüften nach draußen.

German Lüften ohne Nachdenken? Der KLIMAGRIFF® sagt Ihnen direkt am Fenster, wann gelüftet werden muss.

Wann Lüften bei Nebel funktioniert – und die eine Ausnahme

Die Faustregel ist dieselbe wie beim Regen: Solange es draußen spürbar kälter ist als drinnen, lohnt sich das German Lüften auch bei dichtestem Nebel. Kurzes Stoß- oder Querlüften von 5 bis 10 Minuten tauscht die feuchte Raumluft aus, ohne dass nennenswert Nebeltröpfchen eindringen – sie verdunsten ohnehin sofort in der warmen Raumluft.

Die Ausnahme ist milder Nebel bei nahezu gleicher Innen- und Außentemperatur, etwa an feuchtwarmen Herbsttagen mit 18 bis 20 °C: Dann bringt die gesättigte Außenluft tatsächlich fast so viel Wasser mit, wie sie abtransportiert, und der Lüftungseffekt verpufft. In diesem Grenzfall hilft nur rechnen statt raten – mit unserem Taupunkt- und Lüftungsrechner oder dem KLIMAGRIFF®, der die Werte direkt am Fenster vergleicht.

Praxistipps für neblige Tage

Lüften Sie an Nebeltagen bevorzugt dann, wenn die Temperaturdifferenz am größten ist – meist morgens nach dem Aufstehen und abends. Halten Sie die Lüftungsdauer kurz und schließen Sie die Fenster wieder vollständig, statt sie gekippt zu lassen: Ein dauerhaft gekipptes Fenster holt bei Nebel über Stunden gesättigte Luft an die auskühlende Laibung – die perfekte Rezeptur für Kondensat und Schimmel.

Kontrollieren Sie nach dem Lüften die relative Feuchte im Raum: Sinkt sie in Richtung 40 bis 55 %, hat der Luftaustausch funktioniert. Wer nicht ständig aufs Hygrometer schauen will, überlässt die Entscheidung dem KLIMAGRIFF® – er erkennt, ob sich das Lüften gerade lohnt, und meldet sich per Smiley.

Fazit

Nebel ist kein Lüftungsverbot, sondern meist sogar eine gute Gelegenheit: Kühle Nebelluft wird beim Erwärmen zur Trockenluft. Nur bei milden Temperaturen nahe der Raumtemperatur lohnt der Blick auf den Taupunkt – oder gleich auf den KLIMAGRIFF®.